Walk over – Kapitel 12 – Teil 3

Eve sah kurz zwischen Emrys und der Tür hin und her.
„Ich würde jetzt gerne gehen, wenn ich darf“, bat sie.
„Natürlich“, er zuckte mit den Schultern. „Aber überlege es dir. Ich warte nicht ewig.“
Eve nickte lächelnd, bevor sie nach der Türklinke griff.
„Hey kleine GOM“, rief Emrys leise.
Sie sah ihn milde lächelnd an.
„Eine Frage noch“, bat er.
Sie nickte.
„Liebst du ihn?“, er sah sie forschend an.
„Ob ich was?“, sie sah ihn irritiert an.
„Liebst du Tristan?“
Sie schüttelte die Augenbrauen kräuselnd den Kopf.
„Ich kenne dieses Wort nicht.“
„Du kennst keine Liebe?“, Emrys sah sie ungläubig an.
„Es gibt vieles was ich nicht kenne“, wandte Eve ein. „Und ich glaube, dass ich manches auch gar nicht herausfinden möchte.“ Immer noch kopfschüttelnd verließ sie den Raum.

Published in: on Mai 18, 2010 at 7:49 vormittags  Kommentare (3)  
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Walk over – Kapitel 12 – Teil 2

Es dauerte eine Weile bis sie sich entschloss vorsichtig ihren Arm vom Gesicht zu nehmen. Schnell versteckte den Reif in ihrem Ärmel. Emrys saß immer noch auf ihrem Bett.
„Ich kann dafür sorgen, dass du den Freak nie wieder sehen musst“, versprach er mit ruhiger Stimme, seine dunklen Augen sahen sie forschend an.
„Aber das ändert nichts“, sagte sie matt und musste sich kurz räuspern, als ihre Stimme zu versagen drohte.
„Nein, es ändert nichts“, er schüttelte den Kopf. „Aber der kaputte Armreif ändert auch nichts an dem was du bist.“
Eve spürte, dass ihre Mundwinkel kurz zuckten.
„Ein wertloser Mensch unter vielen.“
„Nein“, Emrys schüttelte entschieden den Kopf. „Kein Lebewesen ist wertlos Eve. Kein Mensch, kein Mutant, kein Roboter. Und du am allerwenigsten. Du bist perfekt.“
Eve sah ihn missmutig an. Sie war nicht perfekt. Sie sah ihn verwirrt an, als er ihr schon wieder mit der Hand durch die Haare fuhr.
„Für mich bist du perfekt“, versicherte er flüsternd.
Erschrocken fuhr sie auf, als er Anstalten ihr noch näher zu kommen.
„Bleib wo du bist“, warnte sie, während sie flink die Beine über die andere Bettkante warf und aufsprang. Sie funkelte ihn wütend an.
Er blinzelte verwirrt zwischen ihr und der Stelle hin und hersehend, auf der sie soeben noch gelegen hatte.
„Ich wollte dir nicht wehtun“, versicherte er beschwichtigend die Hände hebend.
„Ich weiß“, sagte Eve entschieden.
„Ich mag dich“, er sah sie eindringlich an.
„Und ich glaube dir“, antwortete sie langsam. „Aber solange ich nicht weiß was genau du an mir magst…“
„Alles“, er sah sie verständnislos an.
„Hör zu“, Eve ging langsam um das Bett herum in Richtung Zimmertür. „Ich bin nicht perfekt. Tristan hat den Armreif manipuliert. Ich bin keine GOM. Und da ich keine bin, kann ich dir nicht helfen. Ich bin nichts besonderes.“
„GOM definieren sich nicht über Armreifen“, lachte Emrys trocken.
„Aber auch nicht über das Aussehen.“

Published in: on Mai 14, 2010 at 8:06 vormittags  Kommentare (4)  
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Walk over – Kapitel 12 – Teil 1

Es roch nach Minze und Fackeln. Eve öffnete zweifelnd die Augen und fand sich in einem weichen Bett wieder. Sie brauchte einen Moment um sich daran zu erinnern was geschehen war. Ihr Kopf schmerzte. Sie versuchte gar nicht erst zu verstehen warum Emrys an ihrem Bettende saß, während Tristan neben dem Kopfende stand.

„Du bist verletzt“, brachte Eve entsetzt hervor, während sie Tristan musterte. Seine Kleidung war an mehreren Stellen blutdurchtränkt, sein Gesicht hatte einige Kratzer.

„Halb so wild“, er sah besorgt auf sie hinab. „Geht es dir gut?“

„Ich glaube schon“, antwortete sie verwirrt blinzelnd. Sie war nicht diejenige, die aussah als hätte man versucht sie durch einen Fleischwolf zu drehen.

„Bitte erschrecke nicht“, bat Tristan, während er sich langsam über sie beugte und vorsichtig nach ihrem Arm griff. „Geht es dir wirklich gut?“, fragte er noch einmal und hielt ihr ihren Arm vor das Gesicht. Eve brauchte einen Moment bis sie verstand. Sie versuchte die Augen zu schließen, konnte aber nicht so recht wegsehen. Es dauerte einige Sekunden, bis sie die Augen zu machen konnte. Aber selbst vor ihrem Inneren sah sie es: Ihren Arm, den dünnen Armreif. Er war mattsilbern. Es gab keine Rasse, die silberne Armreifen trug. Er war kaputt. Sie spürte eine eiskalte Träne ihre Wange hinunter laufen.

„Hast du Schmerzen?“, fragte Tristan besorgt.

„Wie wäre es, wenn du gehst?“, schlug Emrys vor. Tristan zögerte einen Moment bevor er nickte. Eve legte ihren Arm über ihr Gesicht. Sie spürte das kühle Metall auf ihrer Haut. Früher, wenn sie geweint hatte, hatte es immer etwas tröstliches gehabt. Sie wusste, dass der Armreif ihr Halt gab. Er gab ihr das Gefühl zu etwas zu gehören. Etwas ganzem, etwas großem. Etwas großem, das in letzter Zeit, mit jedem verschwundenen Menschen ein Stückchen kleiner geworden war. Und nun war auch sie kein Teil mehr davon. Konnte es nie mehr werden. Sie spürte, dass ihr jemand sanft durch die Haare fuhr. Sie wusste nicht, ob es ihr gefiel oder nicht. Einerseits fühlte sie sich einsam, andererseits wollte sie aber auch genau das sein.

„Hab keine Angst“, hörte sie Emrys Stimme ganz nah an ihrem Ohr. Sie schluckte. Hatte sie wirklich Angst? War es das?

Published in: on Mai 14, 2010 at 7:52 vormittags  Kommentare (5)  
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Walk over – Kapitel 11 – Teil 5

Wunderbar, dann ist die Besuchszeit für heute beendet!“, sagte er entschieden und sah Tristan hasserfüllt an.
„Männer“, Tricia verdrehte genervt die Augen. „Das ist genau der Grund warum ich keine weibliche GOM wollte.“
„Du kannst Eve nicht haben“, sagte Tristan bestimmend.
„Was hindert mich daran?“, stichelte Emrys.
„Ich!“, rief Tristan entschieden.
Eve blinzelte noch einmal bevor alles vor ihren Augen verschwamm. Sie hatte das Gefühl die Welt würde kippen, bevor sie auf den harten Steinboden fiel.

Als sie das nächste Mal auf Augen öffnete glaubte sie ein Brüllen zu hören. Ein riesiger, dunkler Bär schlug mit der Tatze nach irgendetwas. Sie beschloss die Augen zu schließen und sich einfach wieder der Dunkelheit hinzugeben.

Published in: on Mai 12, 2010 at 12:42 nachmittags  Kommentare (2)  
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Walk over – Kapitel 11 – Teil 4

Sonderbar, dass ich eure unglaubliche Gastfreundlichkeit nicht zu schätzen weiß, nicht wahr?“, stichelte Eve.
„Es besteht kein Grund sich zu streiten“, erinnerte Milow ruhig.
„Was ist dein Problem?“, Tristan sah Eve verständnislos an.
Du bist das Problem!“, Eve starrte zornig zurück.
„Oh Bitte“, Tricia verdrehte genervt die Augen.
„Und was genau an mir?“, Tristan sah sie auffordernd an.
Eve öffnete den Mund, um eine passende Antwort zu finden, als Emrys ins Zimmer trat.
„Wenn ihr hier drinnen eine Party feiert ist es unhöflich den Hausherren nicht einzuladen“, behauptete er barsch und sah die Besucher abfällig an. „Hast du sie eingeladen?“, er musterte Eve skeptisch.
„Nein!“, Eve starrte ihn entgeistert an.
„Dann muss ich euch bitten zu gehen“, sagte er schroff, blickte sie einen nach dem anderen an und blieb schließlich bei Tristan hängen.
„Es ist unhöflich Gespräche anderer zu unterbrechen“, sagte Tristan beherrscht.
„Euer Gespräch ist hiermit beendet“, beschloss Emrys.
„Ich würde euch bitten euch nicht zu streiten“, warf Milow erneut ein.
„Du kannst Eve nicht haben!“, rief Tristan wütend.
„Ich bin kein Haustier!“, sie starrte ihn entgeistert an.
„Och GOMchen, darf sie sich nicht selbst aussuchen mit wem sie zusammen sein will?“, lachte Emrys abfällig.
„Es geht hier nicht um mich, es geht um die Mission!“
Eve schloss die Augen, während sie sich mit der Hand an die Stirn fasste. Wann hatte ihr Leben doch gleich angefangen ein groteskes Theaterstück zu werden?
„Eve Schatz“, Emrys sah Eve liebevoll an. „Möchtest du diesem Hampelmann noch irgendetwas sagen bevor ich ihn vor die Tür setze?“
Eve schüttelte genervt den Kopf.

Published in: on Mai 10, 2010 at 9:08 nachmittags  Kommentare (3)  
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Walk over – Kapitel 11 – Teil 2

Es dauerte einen Moment, bis sich die Tür einen Spalt weit öffnete und ein dunkelhaariger Männerkopf zum Vorschein kam.
„Darf ich eintreten?“
Eve starrte ihn einen Moment lang sprachlos an, bevor sie nickte.

„Milow, was tust du hier?“, fragte sie immer noch verwirrt, während er die Tür schloss.
„Es gab Gerüchte“, sagte er unbestimmt, während er mitten im Raum stehen blieb. „Hübsch hast du es hier.“
„Was für Gerüchte?“, hakte Eve nach und folgte seinem Blick durch das Zimmer.
„Nach dem du nicht zurück gekehrt bist beschlossen wir dich zu suchen. Die Suche erübrigte sich als man sich erzählte, dass Herr Emrys sich eine dunkelhaarige GOM-Schönheit geangelt hat.“
„Geangelt?“, Eve sah ihn skeptisch an.
„Nicht meine Wortwahl“, er hob beschwichtigend die Hände, während er unsicher lächelte.
„Und nun bist du hier um eure Lebensversicherung abzuholen?“, vermutete Eve bitter.
„Nein“, Milow schüttelte erstaunt während er näher trat. Er blieb kurz vor ihr stehen, um ihr eine Hand auf die Schulter zu legen. „Ich bin hier um dich zu warnen.“
„Wovor?“, sie zog eine Augenbraue hoch.
„Herr Emrys ist der Herrscher des Untergrundes. Wenn du bei ihm bleibst wirst du sicherlich die nächste Zeit ein gutes Leben haben. Du hast es verdient. Jeder Mensch hat ein gutes Leben verdient.“
„Herrscher des Untergrundes?“
„Wir leben hier nicht in Anarchie Eve. Auch hier gibt es Gesetze und jene die darüber wachen. Allen voran Emrys.“
„Verstehe“, Eve nickte. Irgendetwas in Milows Blick verriet ihr, dass er noch nicht fertig war.

Published in: on April 27, 2010 at 8:59 nachmittags  Kommentare (3)  
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Walk over – Kapitel 10 – Teil 3

Eve sah noch wie er den Kopf in den Nacken warf, bevor sein Gesicht sich seltsam deformierte.
„Heilige GOM“, hauchte Eve verstört, als sich die Nase des Fremden von alleine zu brechen schien. Ein seltsames Knacken erklang, als sich die Gelenke verzogen und bogen, seine zu klein gewordene Haut abplatzte um einem dichten, dunklen Fell Platz zu machen. Eve schluckte trocken.
„Es ist jetzt genug Emrys“, sagte der Alte bedächtig. „Hier drinnen ist doch gar nicht genug Platz.“
Eve sah hektisch zwischen dem alten Mann und dem seltsamen Emrys hin und her, der plötzlich in der Bewegung zu erstarren schien. Eve schloss angewidert die Augen als das seltsame Schauspiel sich rückgängig machte, bevor ihr wieder der junge Mann gegenüber stand. Zitternd stützte er sich auf dem Tisch ab, bevor er sich wieder gefasst hatte. Er sah Eve abschätzend an.
„Ich schätze wir verstehen uns?“, er sah sie mahnend an. Eve nickte einmal andeutungsweise. Er lächelte.
Eve starrte auf die glänzende Tischplatte vor sich. Wenn es keine Märchen gab, dann war er…
„Ein Mutant“, sagte Eve kaum hörbar. Sie dachte noch einen Moment nach, bevor sie entschlossen zu ihm aufsah.
„Hören Sie“, bat Eve. „Wenn Sie ein Mutant sind, dann befinden wir uns hier im Untergrund richtig? Ich bin hier um Ihnen zu helfen.“
„Wie möchtest du uns denn helfen kleine GOM?“, der Fremde sah sie belustigt an.
„Tristan bat mich die GOM vor einer Invasion zu warnen.“
„Tristan“, stöhnte der Fremde und verdrehte theatralisch die Augen.
„Sie kennen Tristan?“, fragte Eve hoffnungsvoll.
„Wer nicht?“, der Fremde blickte einen Moment zerknirscht ins Nichts. „Und seine Wahnvorstellung der Oberwelt zu helfen. Hör zu Kleine“, der Fremde sah sie einfühlsam an. „Nicht alle teilen Tristans Meinung. Unseretwegen können die Kyborgs alle Menschen übernehmen die sie finden können und die GOM bekämpfen bis ihnen das Schmieröl ausgeht. Wenn es dort oben einen Krieg gibt ist das nicht unserer. Die GOM sind auch nie auf die Idee gekommen uns zu unterstützen. Im Gegenteil. Würden Sie einen von uns in die Finger kriegen würden sie keine Sekunde zögern…“
„Wenn die Kyborgs die GOM stürzen, was hindert sie daran danach alle im Untergrund zu vernichten?“, hakte Eve zweifelnd nach.
„Du liebenswerte kleine GOM klingst wie Tristan“, brachte der Fremde angewidert hervor.
„Wirklich?“, Eve schnitt eine Grimasse.
„Hör zu“, der Fremde setzte sich wieder auf seinen Stuhl. „Wenn du diesen Irrsinn mitmachen möchtest werden wir dich nicht davon abhalten. Versuch mit den GOM zu reden. Oder lass es. Keiner von uns wird dich zwingen. Im Gegenteil. Solltest du dich dafür entscheiden meine Freundin zu sein, werden wir dich beschützen. Vor Robotern, Kyborgs und wenn es sein muss vor Irren wie Tristan. Was sagst du dazu?“
Eve sah ihn irritiert an.

Published in: on April 23, 2010 at 7:23 vormittags  Kommentare (7)  
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Walk over – Kapitel 10 – Teil 2

Eve blinzelte. Wie konnte sie wissen ob er Freund oder Feind war, wenn sie nicht einmal wusste wo sie hier war?
„Sag mir wer du bist, dann sag ich dir wer ich bin“, sagte Eve entschieden. Sein Lachen verwunderte sie, denn sie hatte es vollkommen ernst gemeint. Woher sollte sie wissen wie sie zum ihm stand, wenn sie nicht wusste wer er war?
„Netter Versuch, Kleines.“
„Wenn du nicht möchtest, dass er dir den Kopf abbeißt sei nett zu uns“, tadelte eine männliche Stimme links von ihr. Eve erkannte einen älteren Mann mit Halbglatze, dickem Bart und der gleichen seltsamen Kleidung.
Sie sah den Mann ihr gegenüber abschätzend an.
„Glaub ihm“, der Mann stand auf, eine Hand auf die kühle Tischplatte gestützt. „Schon einmal etwas vom Kamtschatka-Braunbär gehört?“
Eve schüttelte den Kopf.
„Tiere sind nicht mein Spezialgebiet“, gestand sie widerstrebend.
„Wenn du möchtest, dass es dabei bleibt, sei lieb zu mir“, sagte der Fremde mit ruhiger Stimme.
Eve kräuselte die Augenbrauen.
„Also?“, er sah Eve eindringlich an.
„Also was?“, fragte Eve nach einigen Minuten Schweigens.
„Möchte die kleine GOM nun meine Freundin sein?“, fragte er betont langsam.
„Hören Sie“, Eve sah ihn verunsichert an. „Ich bin keine GOM.“
„Verarsch mich nicht!“, der Fremde schlug wütend mit der Faust auf den Tisch. Eve starrte entsetzt auf eine tiefe Delle in dem massiven Metall.
„Noch eine Lüge und du lernst mich kennen“, warnte der Fremde mit einem seltsamen Vibrieren in der Stimme.
Eve schluckte.
„Also? Wieso läuft eine GOM in Reservatskleidung auf unserem Gebiet herum?“, hakte er mühsam beherrscht nach.
„Auf Ihrem Gebiet?“, Eve blickte immer noch fasziniert auf die Delle im Tisch.
„In Ordnung! Sie hat es nicht anders gewollt!“, rief der Fremde erbost.
„Emrys nicht doch“, sagte der Alte links von Eve mit ruhiger Stimme.
Eve versuchte erschrocken aufzuspringen, als der Fremde mit ohrenbetäubender Stimme brüllte. Daraus wurde jedoch nicht mehr als ein ungeschicktes Stolpern, als sie feststellen musste, dass sie an den Stuhl gefesselt war auf dem sie saß.
Eve starrte den Fremden entsetzt an, als eine Finger sich in den Metalltisch bohrten als sei er aus Butter.
Seine Fingerknöchel traten weiß hervor, durch dicke blaue Adern pulsierte das Blut.

Eve blinzelte. Wie konnte sie wissen ob er Freund oder Feind war, wenn sie nicht einmal wusste wo sie hier war?

Sag mir wer du bist, dann sag ich dir wer ich bin“, sagte Eve entschieden. Sein Lachen verwunderte sie. Sie hatte es vollkommen ernst gemeint. Woher sollte sie wissen wie sie zum ihm stand, wenn sie nicht wusste wer er war?

Netter Versuch, Kleines.“

Wenn du nicht möchtest, dass er dir den Kopf abbeißt sei nett zu uns“, tadelte eine männliche Stimme links von ihr. Eve erkannte einen älteren Mann mit Halbglatze, dickem Bart und der gleichen seltsamen Kleidung.

Eve sah den Mann ihr gegenüber abschätzend an.

Glaub ihm“, der Mann stand auf, eine Hand auf die kühle Tischplatte gestützt. „Schon einmal etwas vom Kamtschatka-Braunbär gehört?“

Eve schüttelte den Kopf.

Tiere sind nicht mein Spezialgebiet“, gestand sie widerstrebend.

Wenn du möchtest, dass es dabei bleibt, sei lieb zu mir“, sagte der Fremde mit ruhiger Stimme.

Eve kräuselte die Augenbrauen.

Also?“, er sah Eve eindringlich an, während er sich mit den Händen auf die Tischplatte stützte.

Also was?“, fragte Eve nach einigen Minuten Schweigens.

Möchte die kleine GOM nun meine Freundin sein?“, fragte er betont langsam.

Hören Sie“, Eve sah ihn verunsichert an. „Ich bin keine GOM.“

Verarsch mich nicht!“, der Fremde schlug wütend mit der Faust auf den Tisch. Eve starrte entsetzt auf eine tiefe Delle in dem massiven Metall.

Noch eine Lüge und du lernst mich kennen“, warnte der Fremde mit einem seltsamen Vibrieren in der Stimme.

Eve schluckte.

Also? Wieso läuft eine GOM in Reservatskleidung auf unserem Gebiet herum?“, hakte er mühsam beherrscht nach.

Auf Ihrem Gebiet?“, Eve blickte immer noch auf die Delle im Tisch.

In Ordnung! Sie hat es nicht anders gewollt!“, rief der Fremde erbost.

Emrys nicht doch“, sagte der Alte links von Eve mit ruhiger Stimme.

Eve versuchte erschrocken aufzuspringen, als der Fremde mit ohrenbetäubender Stimme brüllte. Daraus wurde jedoch nicht mehr als ein ungeschicktes Stolpern, als sie feststellen musste, dass sie an den Stuhl gefesselt war auf dem sie saß.

Eve starrte den Fremden entsetzt an, als eine Finger sich in den Metalltisch bohrten als sei er aus Butter.

Published in: on April 21, 2010 at 6:22 vormittags  Kommentare (5)  
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