Eve schloss die Augen und atmete tief durch. Sie versuchte sich daran zu erinnert, dass sie ihm ihr Leben zu verdanken hatte. Wenn sie sich nun mit ihm stritt war niemandem geholfen. Am wenigsten ihr selbst, schließlich hatte sie kein Zuhause mehr und nicht den blassesten Schimmer wo sie sich hier befand.
„Wir sind übrigens am Ziel“, erklärte Tristan und deutete auf eine Tür in der blanken Betonwand.
Neben der schlichten Metalltür war ein Schild angebracht. Es war ein wenig verbeult. In sauberer Handschrift hatte jemand mit schwarzem Stift „Deanys Waffen und Allerlei“ darauf verewigt.
„Waffen?“, Eve verdrehte die Augen.
„Ich bin entzückt“, lachte Tristan, während er ihr die schwere Tür aufhielt.
„Worüber?“, hakte sie zweifelnd nach, als sie an ihm vorbei ging.
„Dass du tatsächlich lesen kannst.“
„Oh, ich kann noch ganz andere Sachen“, versicherte Eve trotzig.
„Die da wären?“, er ließ die Tür krachend ins Schloss fallen.
„Ach weißt du“, säuselte Eve leichthin. „Ich werde es dir nicht verraten, aber ich würde zu gerne dein Gesicht sehen, wenn du es eines Tages herausfindest. Obwohl…“, sie ließ den Satz unbeendet im Raum verklingen. Sie lächelte.
„Obwohl – was?“, fragte Tristan und sah auf sie hinab.
„Es natürlich sein könnte, dass du dazu gar nicht in der Lage bist.“
Eve zog belustigt eine Augenbraue hoch, während sie Tristan beobachtete, der kurz die Augen schloss und etwas schief grinste. Als er schließlich lächelnd auf sie hinab blickte, glaubte sie fast so etwas wie Stolz in seinem Blick zu sehen.
„Ich störe euch zwei Hübschen nur wahnsinnig ungern beim Flirten, aber seid ihr hier um etwas zu kaufen?“
Eve sah sich erschrocken um.