Walk over – Kapitel 5 – Ende

Eve schloss die Augen und atmete tief durch. Sie versuchte sich daran zu erinnert, dass sie ihm ihr Leben zu verdanken hatte. Wenn sie sich nun mit ihm stritt war niemandem geholfen. Am wenigsten ihr selbst, schließlich hatte sie kein Zuhause mehr und nicht den blassesten Schimmer wo sie sich hier befand.

„Wir sind übrigens am Ziel“, erklärte Tristan und deutete auf eine Tür in der blanken Betonwand.

Neben der schlichten Metalltür war ein Schild angebracht. Es war ein wenig verbeult. In sauberer Handschrift hatte jemand mit schwarzem Stift „Deanys Waffen und Allerlei“ darauf verewigt.

„Waffen?“, Eve verdrehte die Augen.

„Ich bin entzückt“, lachte Tristan, während er ihr die schwere Tür aufhielt.

„Worüber?“, hakte sie zweifelnd nach, als sie an ihm vorbei ging.

„Dass du tatsächlich lesen kannst.“

„Oh, ich kann noch ganz andere Sachen“, versicherte Eve trotzig.

„Die da wären?“, er ließ die Tür krachend ins Schloss fallen.

„Ach weißt du“, säuselte Eve leichthin. „Ich werde es dir nicht verraten, aber ich würde zu gerne dein Gesicht sehen, wenn du es eines Tages herausfindest. Obwohl…“, sie ließ den Satz unbeendet im Raum verklingen. Sie lächelte.

„Obwohl – was?“, fragte Tristan und sah auf sie hinab.

„Es natürlich sein könnte, dass du dazu gar nicht in der Lage bist.“

Eve zog belustigt eine Augenbraue hoch, während sie Tristan beobachtete, der kurz die Augen schloss und etwas schief grinste. Als er schließlich lächelnd auf sie hinab blickte, glaubte sie fast so etwas wie Stolz in seinem Blick zu sehen.

„Ich störe euch zwei Hübschen nur wahnsinnig ungern beim Flirten, aber seid ihr hier um etwas zu kaufen?“

Eve sah sich erschrocken um.

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Published in: on Februar 25, 2010 at 9:44 vormittags  Kommentare (4)  
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Walk over – Kapitel 4 – Ende

Das ist mir egal. Ich mag keine anderen Frauen hier“, zickte die Fremde entschieden.

„Ich weiß, Tricia“, sagte Tristan beruhigend. „Da es aber unmöglich ist an Armband und Chip heranzukommen, müssen wir jemanden von außen nehmen.“

„Ich weiß das, aber es schmeckt mir nicht“, zischte die Frau bitter. „Komm Milow, wir gehen eine Runde“, befahl sie mehr, als dass sie es vorschlug.

Kurz darauf hörte Eve wie der schwere Metallriegel beiseite geschoben wurde, bevor die Tür scheppernd ins Schloss fiel.

Eve beschloss sich weiterhin schlafend zu stellen, als sich Schritte näherten.

„Bist du wach?“, fragte Tristan zweifelnd, bevor er sich auf eine weitere Matratze in der Nähe der Tonne fallen ließ.

Eve versuchte verschlafen zu murmeln, bevor sie sich mit einer Hand fahrig über das Gesicht fuhr und langsam streckte.

„Was ist los?“, fragte sie möglichst verschlafen und sah zu Tristan hinüber, der die Beine angewinkelt und die Unterarme auf den Knien abgelegt hatte. Er starrte auf etwas auf dem Fußboden, das er wahrscheinlich nur selbst sehen konnte.

„Alles und nichts“, antwortete er unbestimmt. „Schlaf ruhig weiter.“

Dutzende Fragen kreisten in Eves Kopf, doch keine davon traute sie sich im Moment zu stellen. Also drehte sie sich lediglich auf den Rücken, zog die Decke zurecht und starrte an die graue Decke, die an manchen Stellen unheilvoll aussehende Risse aufwies.

Download – Komplettes viertes Kapitel von Walk Over

Published in: on Februar 22, 2010 at 10:27 vormittags  Kommentare (2)  
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Walk over – Kapitel 3 – Ende

Die Lämpchen gehören zum Tunnelsicherheitssystem. Grüne Lichter gehören zu Kameras, Monitoren und sonstigen Überwachungseinrichtungen, die von Bots der Botschaft kontrolliert werden. Läufst du in solch ein gesichertes Gebiet dauert es in der Regel keine 15 Minuten, bis ein Trupp Sicherheitsbots dich gefunden und keine 20 Minuten bis sie dich getötet haben. Rote Lämpchen stehen für Gebiete, die sich die Untergrundbewohner zurück erobert haben. Wahrscheinlich wird dir nichts passieren, wenn du ein solches Gebiet betrittst. Wenn du jedoch Pech hast und in die Fänge eines übereifrigen Wächters gerätst, wirst du vermutlich festgenommen und ausgepresst wie eine reife Zitrone. Wenn du sehr viel Pech hast sogar im wahrsten Sinne des Wortes.“

„Ich verstehe“, Eve nickte, „aber eine Frage haben ich noch.“

„Die da wäre?“, Tristan sah lächelnd auf sie herab.

„Was ist eine Zitrone?“

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Published in: on Februar 16, 2010 at 10:08 vormittags  Kommentare (1)  
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Walk over – Kapitel 2 – Ende

„Ich weiß wie ein GOM aussieht und glaub mir, wenn ich dir sage: Es wird keiner daran zweifeln, dass du einer von ihnen bist“, beschwichtigte Tristan.

„Die werden mich umbringen!“, stöhnte Eve.

„Werden sie nicht. Selbst wenn sie dich scannen, wird der Chip nichts tun als zu bestätigen, dass du einer der zauberhaften GOMs bist“, versicherte Tristan. Sein verstecktes Kompliment schien vollkommen an Eve vorbei gezogen zu sein. Sie tastete instinktiv vorsichtig nach dem Chip in ihrem Genick. Wie ein Tumor zeichnete er sich als feste, verschiebliche Kugel unter der Haut ab. „Also du meinst…“, Eve sah zögerlich zu Tristan hinüber.

„Ich meine, dass sie schon einen Gentest machen müssten.“

Eve sah Tristan noch einen Moment lang nachdenklich an.

„Und du bist dir ganz sicher?“, ihr war nicht wohl bei dem Gedanken sich als etwas auszugeben, was sie nicht war. Andererseits… Was hatte sie zu verlieren? Außer vielleicht ihrem Leben.

Tristan nickte lediglich.

„Aber wie hast du..?“, Eve sah erneut skeptisch auf den funkelnden Armreif.

Tristan zuckte lediglich mit den Schultern.
„Wir sollten jetzt wirklich gehen“, drängte er und deutete Eve aufzustehen.

„Was bist du?“, fragte Eve zweifelnd, während sie vorsichtig aufstand, um nicht erneut den Halt auf den glitschigen Steinen zu verlieren.

„Wenn ich dir sage, dass ich halb GOM und halb Mutant bin“, begann Tristan den Satz, als ihm Eve prompt ins Wort fiel.

„Das ist unmöglich!“, behauptete sie. „GOMs dürfen sich nicht mit anderen Lebewesen außer GOMs paaren. Und schon gar nicht dürfen sich Mutanten mit GOMs paaren! Das ist… wider die Natur!“, ereiferte sich Eve, als ein seltsames Funkeln in Tristans Augen trat.

„Wider die Natur war es die GOMs zu erschaffen! Wider die Natur ist es Mutanten zu jagen und zu töten. Mutation war schon immer der Schlüssel der Evolution. Die GOMs entwickeln sich nicht weiter. Die Menschen entwickeln sich nicht weiter. Die einzigen, die den Mut haben sich weiter zu entwickeln sind die Bots und die Borgs“, Tristan sprach den letzten Satz mehr als verächtlich aus.

„Du meinst die Roboter und Kyborgs?“, hakte Eve zweifelnd nach. Sie beobachtete wie Tristans Gesichtsmuskeln sich anspannten, während er krampfhaft sie Zähne zusammen biss, bevor er schließlich erneut mit den Schultern zuckte.

„Lass uns gehen“, bat er in versöhnlichem Tonfall. „Du wirst alles noch früh genug erfahren.“

„Was alles?“, hakte Eve nach, als sich Tristan zum Gehen wandte.

„All das, was man euch in euren Reservats nicht erzählt.“

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Published in: on September 12, 2009 at 10:16 vormittags  Kommentare (2)  
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Walk over – Kapitel 1 – Ende

„Keine Angst“, flüsterte Tristan, während er vorsichtig ihre Hand in seine linke nahm, bevor er seine rechte Hand auf ihr Genick legte. „Nun schließe die Augen.“

„Ich hab aber Angst“, flüsterte Eve, die das leise Gefühl beschlich keine Kontrolle mehr über ihren eigenen Körper zu haben. Eine kalte Träne der Verzweiflung floss ihre Wange hinunter, als sie die Augen schloss. Sie konnte sich nicht mehr bewegen.

„Von nun an, bist du ein GOM“, sagte Tristan entschlossen.

„Was?!“, Eve sah erschrocken auf, als ein eiskalter Schmerz ihren Rücken hinunter schoss. Ihre Hand war taub. Purpurne Punkte tanzten vor ihren Augen auf und ab, bevor sich ein Schleier zwischen sie und die Welt schob. Ihr war schwindelig.

Bevor sie wusste wie ihr geschah verlor sie auf den glitschigen Steinen den Halt. Ein heftiger Schmerz fuhr durch ihren Kopf, bevor sich alles um sie herum in tiefe Dunkelheit hüllte.

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Published in: on September 8, 2009 at 6:17 nachmittags  Kommentare (2)  
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